Pflegehotline des Landes Burgenland: +43 57 600 1000

Service nahe bei den Menschen

Die burgenländischen Pflege- und SozialberaterInnen

Ihre AnsprechpartnerInnen in den Bezirken

Tamara Hadjwasiri

Bezirk: Neusiedl am See
Tel: +43 57600 4914

Michaela Herzog

Bezirk: Eisenstadt
Tel: +43 57600 4104

Sonja Simitz

Bezirk: Mattersburg
Tel: +43 57600 4304

Beate Igler

Bezirk: Oberpullendorf
Tel: +43 57600 4404

Manuela Blutmager, MA

Bezirk: Oberwart
Tel: +43 57600 4504

Manuela Prenner

Bezirk: Oberwart
Tel: +43 57600 4505

Martin Jany

Bezirk: Güssing
Tel: +43 57600 4604

Sandra Fartek

Bezirk: Jennersdorf
Tel: +43 57600 4704

Kompetenz in der Pflege- und Serviceberatung

7 Fachfrauen, 1 Fachmann
 

Seit 1. Jänner 2019 sind an allen Bezirkshauptmannschaften diese Pflege- und Sozialberater („Case- und Care-Manager“) im Einsatz. Sie unterstützen pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen durch fachliche Information und Beratung, um im jeweiligen Einzelfall die geeignete Pflege- oder Betreuungsleistungen für die betroffene Person zu finden. Die Beratung erfolgt sowohl an den Bezirkshauptmannschaften als auch, und dies insbesondere, aufsuchend und unmittelbar bei den pflegebedürftigen Menschen zuhause.

Die burgenländischen Pflege- und Sozialberaterinnen bilden seit Herbst 2019 das Kernteam der PSB und

  • sind in allen burgenländischen Bezirken gleich in Ihrer Nähe
  • kennen das gesamte Angebot der Betreuungs- und Pflegeangebote
  • beraten individuell und maßgeschneidert
  •  setzen realistische und bedürfnisentsprechende Ziele
  • sind NetzwerkerInnen zwischen hilfesuchenden und pflegebedürftigen Menschen, deren Angehörigen und Betreuungspersonen sowie allen öffentlichen Behörden, Experten und Organisationen und
  • suchen nach der für Sie und Ihrer Lebenssituation passenden Lösung.

 

"Es ist uns ein Anliegen, dass Ihre Betreuung zu Hause so lange wie möglich gewährleistet werden kann."

In allen Bezirken des Burgenlandes reges Interesse an der Pflegeservice Burgenland

Info-Tour im Oktober 2019

Bei der Auftaktveranstaltung der Info-Tour in Schattendorf am 1. Oktober 2019 wurden die 21 Maßnahmen des Zukunftsplan Pflege und das neue Anstellungsmodell für pflegende Angehörige präsentiert. Die Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit, Landesrat Christian Illedits, weiters dem Geschäftsführer der Pflegeservice Burgenland GmbH, Mag. (FH) Harald Keckeis, sowie der Pflege- und Sozialberaterin im Bezirk Mattersburg, DGKP Sonja Simitz, Fragen zu stellen.

Im März dieses Jahres wurde seitens des Landes Burgenland der „Zukunftsplan Pflege“ für das Burgenland präsentiert. Der gesamte Zukunftsplan enthält 21 Maßnahmen. Mit der Umsetzung des wichtigsten Teils des Maßnahmenkatalogs, des Anstellungsmodells für pflegende Angehörige mit 1. Oktober, wurde die Info-Tour durch alle Bezirke gestartet. Das Interesse am Angebot der PSB ist rege: Zur Auftaktveranstaltung in Schattendorf kamen bereits mehr als 120 Personen.

Von Gols bis Jennersdorf

Es zeigte sich rasch, dass die Info-Tour sehr gut angenommen wurde: Am zweiten Tag fanden sich ebenfalls mehr als 100 Personen im Kastell in Stegersbach ein. Dort unterstützte der Pflege- und Sozialberater für den Bezirk Güssing, DGKP Martin Jany, den Soziallandesrat und den PSB-Geschäftsführer mit Expertise aus der Praxis. Auch in Draßmarkt (Bezirk Oberpullendorf) mit DGKP Beate Igler, in Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) mit DGKP Michaela Herzog, in Gols (Bezirk Neusiedl) mit DGKP Tamara Hadjwasiri sowie in Jennersdorf mit DGKP Sandra Fartek als Pflege- und Sozialexpertinnen war das Interesse erfreulich groß. Bei allen Infoabenden waren deutlich mehr als hundert Interessierte anwesend, es konnten auch viele Fragen beantowrtet werden (siehe unten).

Der Soziallandesrat informierte persönlich

Burgenlands Soziallandesrat Christian Illedits berichtete bei allen Terminen, in Österreich seien rund eine Million Menschen mit den Themen Betreuung und Pflege informell konfrontiert, im Burgenland zirka 30.000 Menschen. Daher sei dieses Handlungsfeld für die Menschen auch von so großer Bedeutung. Die Basis für den Zukunftsplan, der im Herbst 2018 ausgearbeitet wurde, sei eine Befragung der älteren Generation gewesen. In dieser sei klar der Wunsch artikuliert worden, in den eigenen vier Wänden gepflegt und betreut zu werden.

Daher wurde der Fokus beim neuen Leistungsangebot auch auf Pflege und Betreuung zu Hause gelegt. Zusätzlich würde in den kommenden Jahren das Bettenangebot in den Altenwohn- und Pflegezentren auf rund 2.500 Plätze bis 2021 ausgebaut werden, die Zahl der Betreuungsplätze in den Seniorentageszentren erweitert, und die mobile Hauskrankenpflege verstärkt.

Wohnortnahe Beratung

Wohnortnahe beraten würden über das ganze Angebot die Pflege- und SozialberaterInnen, die mit Jahresbeginn ihre Arbeit aufgenommen haben und in den Bezirkshauptmannschaften im ganzen Land eingerichtet sind. Sie sind mittlerweile Teil des Teams der Pflegeservice Burgenland GmbH.

Bei dem Anstellungsmodell für pflegende Angehörige rechnet man damit, dass im Burgenland 400 bis 600 Personen zur Zielgruppe gehören. Es sind dies jene Menschen, die einen Angehöärigen betreuen und pflegen, und deswegen derzeit nicht erwerbstätig sind.

Erste Anstellungen im November 2019

Im ersten Monat gab es mehr als 250 konkrete Anfragen bei den Pflege- und Sozialberatern. Beraten wurde am Telefon, in den Bezirksstellen sowie zu hause bei den pflegebedürftigen Personen. Im Laufe des Oktobers sind bereits Dutzende Anträge von der PSB an das Land Burgenland weitergeleitet worden. Per 1. November werden die ersten Personen bei der PSB angestellt.

Kurze Bearbeitungszeit der Anträge

Bei einer Anstellung wird jeder Fall einzeln behandelt. Nach einem Informationsgespräch mit den Pflege- und Sozialberatern kann der Antrag auf Anstellung bei der Pflege Service Burgenland gestellt werden. Abschließend muss jeder Antrag durch die Sozialabteilung im Amt der bgld. Landesregierung geprüft und genehmigt werden.

Jeder einzelne Fall werde so schnell wie möglich behandelt, betonte der Geschäftsführer der Pflege Service Burgenland, Harald Keckeis. Die Bearbeitungszeit durch PSB und Amt der Burgenländischen Landesregierung werde nur wenige Tage dauern.

Die Pflege- und Sozialberaterinnen betonten, Kontakt zu ihnen könne man telefonisch und schriftlich per Mail aufnehmen, Beratungstermine seien auf der BH und auch in der eigenen Wohnung möglich. Im Schnitt müsse man aktuell zwei Tage auf ein Beratungsgespräch warten.

Mindestlohn umgesetzt

Der Landesrat unterstrich weiters, dass mit dem Pflegeplan Zukunft und der Anstellung von pflegenden Angehörigen mit der Entlohnung von 1.700 Euro netto bei 40 Stunden Gesundheits- und Pflegeberufe aufgewertet werden würden. Das Land Burgenland werde in den kommenden Monaten auch eine Imagekampagne starten, denn es werde in den kommenden Jahren viel Personal benötigt. Die Qualität der Leistungen bei Betreuung und Pflege hänge auch mit der Entlohnung zusammen, mit dem Mindestlohn werde dem Rechnung getragen.

 

Alle Antworten sofort

Bei allen Infoveranstaltungen konnte auch gleich eine Reihe von Fragen beantwortet werden. Im folgenden finden Sie eine Übersicht der Fragen, die in den Bezirksveranstaltungen gestellt worden sind, mit den Antworten der Fachleute. 

Fragen & Antworten in Schattendorf:

„Welche Voraussetzungen muss der pflegende Angehörige erfüllen?“
Antwort: Es muss ein Verwandtschaftsgrad bis zur zweiten Parentel gegeben sein – das heißt: Ehepartner, Elternteile, Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, Geschwister o.ä. Es muss festgestellter Pflegebedarf ab Pflegestufe drei aufwärts gegeben sein.

„Wie wird die Qualität gesichert?“
Es muss ein Basiskurs, der kostenlos ist, im Ausmaß von 100 Stunden absolviert werden, eine Aufschulung zum Heimhelfer ist möglich. Die Kosten dafür trägt das Land Burgenland. Zur fachlichen Unterstützung führen diplomierte Pflegepersonen verpflichtend Unterstützungsbesuche durch. Die Frequenz der Unterstützungsbesuche ist gesetzlich vorgegeben und abhängig von den Pflegestufen.

„Gibt es einen Urlaubsanspruch bzw. eine Krankenstandvertretung?“
Die PSB kann während des Urlaubes oder der sonstigen begründeten Abwesenheit des pflegenden Angehörigen – wenn es die pflgebedürftige Person wünscht
für Ersatz sorgen. Dafür wird ein Personalpool organisiert. Ebenso ist Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung möglich.

Fragen & Antworten in Draßmarkt

„Wer darf angestellt werden?“
Es muss ein Verwandtschaftsgrad bis zur zweiten Parentel – das heißt: Ehepartner, Elternteile, Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, Geschwister o.ä. – und festgestellter Pflegebedarf ab Pflegestufe drei aufwärts gegeben sein. Wer pflegt, das bestimmte der zu Pflegende. Weitere Voraussetzungen sind die Österreichische bzw. EU-Unionsbürgerschaft, die persönliche Eignung und Geschäftsfähigkeit.

„Bis zu welchem Alter kann eine Anstellung erfolgen?“
Grundsätzlich gilt: Die pflegende Person muss im erwerbsfähigen Alter und darf nicht in Pension sein, und es muss die geistige und körperliche Eignung zur Pflege der/des Angehörigen gegeben sein. Für pensionierte MitbürgerInnen mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.700 Euro gibt es ein alternatives Fördermodell.

„Wie kann der Kurs im Ausmaß von 100 Stunden erfolgen, wenn man bereits eine/n Angehörigen pflegt?“
Die verpflichtende Absolvierung eines Grundkurses dient der Sicherung von Qualitätsstandards (denselben Zweck erfüllen übrigens Unterstützungsbesuche und Beratungsleistungen). Nimmt jemand das Anstellungsmodell für Angehörige in Anspruch, so geht er ein Dienstverhältnis ein – wie in jedem Dienstverhältnis gibt es auch hier Rechte und Pflichten, sowohl für Dienstgeber als auch für Dienstnehmer. Eine Ausbildung neben der Verpflichtung zu Hause ist oftmals eine organisatorische Herausforderung . Darum beschränkt sich der eigens kreierte und 100 Stunden umfassende Grundkurs auf das Erforderliche und wird in berufsbegleitender Form angeboten (freitags und samstags). Um die nötige Flexibilität zu gewährleisten, ist der Kurs innerhalb von zwölf Monaten nach Start des Dienstverhältnisses zu absolvieren. Der Kurs wurde so konzipiert, dass er zur Gänze auf eine weiterführende Heimhilfeausbildung anrechenbar ist. Personen die bereits eine Heimhilfe- oder höherwertige Ausbildung in der Pflege haben, brauchen den Grundkurs nicht abzulegen.

„Im Rahmen der langjährigen Pflege eines Angehörigen mit Diabetes verabreiche ich diesem regelmäßig eine Insulinspritze. Darf ich das als angestellter Betreuung weiterhin tun?“
Nein, das ist im Rahmen des Angestelltenverhältnisses als Betreuer nicht gestattet. Es gibt einen Katalog von Tätigkeiten, die dafür speziell ausgebildetem Personal vorbehalten sind. Sehr wohl ist es möglich, Insulinspritzen als Angehöriger im „privaten Rahmen", also wie bisher, zu verabreichen.

„Was passiert bei einem längeren Krankenhausaufenthalt des zu Pflegenden?“
Ab einem Monat endet das Dienstverhältnis, weil sich mit einem längeren Krankenhausaufenthalt in der Regel auch die Lebens- und Betreuungssituation des zu Pflegenden grundlegend ändert. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Eine begonnene Ausbildung, ob Grundkurs oder jene zur Heimhilfe, wird bis zum Abschluss durch das Land gefördert.

„Ich betreue ein Kind in der Pflegstufe 5, das jedoch auch eine Tageseinrichtung besucht, weshalb der Betreuungsbedarf nur 16 Stunden ausmacht. Kann ich trotzdem vom Anstellungsmodell Gebrauch machen?“
Nein, das ist nicht möglich, weil dies einer Doppelförderung entspräche. Ab dem Zeitpunkt, ab dem keine Tagesbetreuung in einer stationären Einrichtung mehr erfolgt, kann eine Anstellung der betreuenden Person erfolgen. Die Anstellung hängt nicht vom Alter der pflegebedürftigen Person ab.

„Kann ich für eine schon viele Jahre dauernde Pflege eines Familienangehörigen auch rückwirkend Pensionsansprüche erwerben?“
Nein, ein Pensionsanspruch kann erst ab dem ersten Tag des Anstellungsverhältnisses erworben werden.

"Habe ich in dieser Anstellung auch Urlaub?"
Wie in jedem anderen Dienstverhältnis besteht auch hier ein Anspruch auf Urlaub im Ausmaß von 25 Tagen. Eine möglichst frühe Mitteilung ist wichtig, vor allem, wenn die pflegebedürftiege Person es wünscht, dass von der PSB ein Ersatz in der Betreuung organisiert wird.

Fragen & Antworten in Stegersbach:

"Wie kann man sich die Fortbildung vorstellen, wie läuft das ab?"
Verpflichtend ist eine Grundausbildung im Ausmaß von 100 Stunden (berufsbegleitend, Freitag und Samstag). Die Fortbildung besteht großteils aus Theorie, es wird aber auch ein Teil in der Praxis durchgeführt. Bestehende Abschlüsse werden angerechnet. Die Grundausbildung und für Interessierte darüber hinaus die 400 Stunden umfassende Ausbildung zur Heimhilfe werden vom Land Burgenland gefördert.


"Habe ich in dieser Anstellung auch Urlaub?"
Wie in jedem anderen Dienstverhältnis auch, besteht ein Anspruch auf Urlaub. Dieser beträgt 25 Arbeitstage pro Jahr. Man sollte es dem Dienstgeber PSB früh genug mitteilen, dass man in Urlaub gehen möchte. Dann kann die PSB – wenn das von der pflegebedürftigen Person gewünscht wird – die Betreuungsleistung ersetzen.

Fragen & Antworten in Siegendorf:

Ist der Kurs gleichzusetzen mit einem Kurs zur Heimhilfe?
Nein. Der Kurs im Rahmen des Anstellungsmodells umfasst 100 Stunden, der zur Heimhilfe 400 Stunden. Jedoch besteht die Möglichkeit, die für die Ausbildung zur Heimhilfe zusätzlichen 300 Stunden nachzuholen. Auch diese Kursstunden bezahlt das Land.

Wer pflegt die zu pflegende Person, wenn die pflegende Person in Urlaub geht?
Im Fall von Krankheit oder Urlaub des pflegenden Angehörigen wird eine ersatzweise Versorgung über Ersatzpersonal oder Entlastungsangebote (wie z.B. durch Kurzzeitpflege) gewährleistet. Konkret gibt es Absprachen zwischen der Pflegeservice Burgenland GmbH mit Trägern der mobilen Hauskrankenpflege. Wichtig ist, dass die mobile Hauskrankenpflege vor Ort tätig sein muss. Dazu soll ein burgenlandweites Netz aufgebaut werden. Die Kosten der Ersatzangebote trägt die Pflegeservice Burgenland.

Gibt es eine Altersgrenze für pflegende Angehörige?
Grundsätzlich muss die Erwerbsfähigkeit gegeben sein, diese ist vom Alter unabhängig. Das heißt, der Pflegende muss physisch und psychisch in der Lage sein, die geforderte Arbeit zu leisten. Ist der pflegende Angehörige bereits in Pension, ist keine Anstellung bei der Gesellschaft möglich. Allerdings gibt es für pensionierte MitbürgerInnen ein alternatives Fördermodell. Pflegende Angehörige, die in Pension sind und die Partnerin bzw. den Partner ab Pflegestufe 3 pflegen, erhalten eine Förderung in Form einer Aufzahlung, wenn das Haushaltsnettoeinkommen unter 1700 Euro liegt.

Welche Tätigkeiten darf ein betreuender Angehöriger mit einer 100-Stunden-Ausbildung im Rahmen der Anstellung verrichten?
Die Tätigkeit des Angehörigen im Anstellungsverhältnis liegt ausschließlich in der Betreuung. Das heißt, bestimmte medizinische und pflegerische Tätigkeiten sind nicht zulässig. Die erlaubten Tätigkeiten sind im Dienstvertrag genau geregelt. Es gibt einen Katalog von Tätigkeiten, die dafür speziell ausgebildetem Personal vorbehalten sind. Sehr wohl ist es aber möglich, Tätigkeiten im „privaten“ Rahmen als Angehöriger, also allenfalls wie zuvor, zu leisten.

Ist eine Anstellung möglich, wenn die pflegebedürftige Person in einer Tagesbetreuung ist?
Doppelförderungen sind grundsätzlich nicht möglich. Eine Tagesbetreuung ist eine geförderte Einrichtung, deshalb ist ein Anstellungsverhältnis nicht möglich. Man muss sich entscheiden: entweder Tagesbetreuung oder das Anstellungsmodell für pflegende Angehörige.


Wer darf angestellt werden? Wie ist der Begriff „Angehörige“ definiert?
Dieser Begriff ist relativ weit gefasst. Angehörige sind Personen, die bis zur 2. Parentel mit der pflegebedürftigen Person verwandt sind (Ehepartner, Elternteile, Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, Geschwister, o. ä....). Wer betreut, das bestimmt die pflegebedürftige Person. Weitere Voraussetzungen sind die Österreichische bzw. EU-Unionsbürgerschaft, die persönliche Eignung und die Geschäftsfähigkeit.

Wo können die Kurse absolviert werden?
Die Kurse werden von Erwachsenenbildungseinrichtungen durchgeführt. Über Kursorte und Kurszeiten informieren die Pflege- uind Sozialberaterinnen in den Bezirksstellen.

Ist ein zweiter Job neben dem Anstellungsmodell möglich?
Ja, jedoch darf in Summe die Arbeitszeit von 40 Wochenstunden nicht überschritten werden. D. h., beim Beschäftigungsmodell der Pflegestufe 3, das eine 20 Stunden-Anstellung vorsieht, kann bis zu 20 Stunden pro Woche zusätzlich gearbeitet werden. Der Zweitjob muss aber in der Nähe zur zu pflegenden Person liegen. Als Faustregel gilt, dass die Fahrzeit zum Pflegenden 15 Minuten nicht übersteigen soll.

Was passiert bei einem längeren Krankenhausaufenthalt der pflegebedürftigen Person?
Ab einem Monat endet das Dienstverhältnis, weil sich mit einem längeren Krankenhausaufenthalt in der Regel auch die Lebens- und Betreuungssituation der pflegebedürtigen Person grundlegend ändert. Die Kündigungsfrist beträgt grundsätzlich einen Monat. Eine begonnene Ausbildung, ob Grundkurs oder jene zur Heimhilfe, wird jedenfalls bis zum Abschluss durch das Land gefördert.

Fragen & Antworten in Gols:

„Gilt das Modell auch für nicht körperlich behinderte, sondern für eine zu pflegende demenzkranke Person?“
Hier gilt das Modell ebenso. Zur Unterstützung gibt es hier aber auch Demenzkoordinatoren.

„Gibt es eine Beschränkung hinsichtlich des Alters der betreuenden Person nach oben hin?“
Nein, es muss jedoch weiterhin die körperliche und geistige Eignung für die Betreuung gegeben sein.

„Wer übernimmt die Betreuung während des Urlaubs der betreuenden Person?“
Dafür wird eine Ersatzbetreuung bereitgestellt. Es bestehen Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen und Trägern, aber auch Kurzzeitpflegeangebote werden gerade ausgebaut.

„Kann auch die Schwägerin betreuen?“
Ja. Es muss ein Verwandtschaftsgrad bis zur zweiten Parentel – das heißt: Ehepartner, Elternteile, Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, Geschwister o.ä. – und festgestellter Pflegebedarf ab Pflegestufe drei aufwärts gegeben sein.

„Wo und wie findet die Schulung statt?“
Die Schulung findet berufsbegleitend in Eisenstadt und Oberwart statt, immer an Wochenenden.

„Können bei zwei in einer Familie zu pflegenden Personen auch zwei Familienmitglieder angestellt werden?“
Ja, das ist möglich.

„Kann die Betreuung einer Person auf zwei Personen aufgeteilt werden?“
Nein, das ist nicht möglich.

„Wenn die zu betreuende Person verstirbt, kann dann die betreuende Person bei einer Organisation weiter angestellt werden?“
Nicht automatisch, aber prinzipiell ja. Dazu bedarf es vorerst einer Ausbildung zur Heimhilfe, die man vom Land gefördert als frühere Angestellte der PSB unentgeltlich absolvieren kann.

Fragen & Antworten in Jennersdorf:

„Wer übernimmt die Betreuung während des Urlaubes oder im Krankheitsfall des betreuenden Angehörigen?“
Dafür wird eine Ersatzbetreuung bereitgestellt. Es bestehen Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen und Trägern, aber auch Kurzzeitpflegeangebote werden gerade ausgebaut.

„Wenn die zu betreuende Person verstirbt, kann dann der oder die Angehörige bei einer Organisation weiter angestellt werden?“
Ja, dazu bedarf es einer Ausbildung zur Heimhilfe, die man im Zuge des Anstellungsmodells kostenlos absolvieren kann.

„Wo und wie findet die Grundausbildung statt?“
Die Schulung findet berufsbegleitend in Eisenstadt und Oberwart statt, immer an Wochenenden. Die Kurse werden vom BFI abgewickelt.

„Wenn ich schon eine Ausbildung als Pflegehelferin habe, muss ich dann ebenso diese Ausbildung absolvieren?"
Nein, wer diese Ausbildung hat, braucht keine Grundausbildung.

„Ich bin bereits Teilzeit beschäftigt und möchte mich als pflegende Angehörige anstellen lassen um meinen Lebenspartner zu betreuen. Ist das möglich?"
Ja, das ist möglich. Aber: Beide Arbeitsverhältnisse dürfen gemeinsam 40 Wochenstunden nicht überschreiten. Außerdem darf der Arbeitsort vom Hauptwohnsitz der pflegebedürftigen Person nicht mehr als 15 Minuten Wegzeit entfernt sein.

Fragen & Antworten in Oberwart:

"Ich bin Pensionistin, gehöre ich auch zur Zielgruppe?"
Für das Anstellungsmodell kommen Pensionistinnen und Pensionisten nicht in Frage. Pflegenden Angehörigen, die Pensionsleistungen beziehen und bei denen das Haushaltsnettoeinkommen aller im Haushalt lebender Personen weniger als 1.700 Euro netto monatlich beträgt, kann eine Förderung bis zu diesem Betrag gewährt werden.

"Muss die pflegebedürftige Person etwas bezahlen?"
Ja. Die pflegebedürftige Person muss einen Selbstbehalt an den Gesamtkosten ihrer Betreuung tragen. Der Selbstbehalt besteht aus zwei Teilen.
Teil 1: Die pflegebedürftige Person hat einen Selbstbehalt zu leisten, der von der Pflegegeld-Stufe bestimmt ist, nämlich in der Pflegestufe 3 einen Beitrag in der Höhe von 90%, in der Pflegestufe 4 und 5 in der Höhe von 80% und in der Pflegestufe 6 und 7 in der Höhe von 60% des Pflegegeldes.
Teil 2: Zusätzlich hat die pflegebedürftige Person einen Betrag in der Höhe jenes Einkommensteiles (z.B. Pension) zu entrichten, der über dem Richtsatz des Burgenländischen Sozialhilfegesetzes in Verbindung mit der Burgenländischen Richtsatzverordnung liegt. Der Selbstbehalt ist in der Höhe gedeckelt und kann nicht die Höhe des Nettoverdienstes der betreuenden Person übersteigen. Die PSB bietet Ihnen eine unverbindliche Vorberechnung des Selbstbehaltes auf Basis Ihrer konkreten Situation an, um Ihnen allenfalls bei der Entscheidung zu helfen. Mehr zum Thema Selbstbehalt finden Sie hier. Ihre Pflege- und Sozialberaterin erklärt Ihnen ebenfalls gerne mehr.

"Wer braucht eine Grundausbildung?"
„Alle betreuenden Angehörigen benötigen die Grundausbildung, außer Personen mit Heimhilfeausbildung oder höherwertiger Ausbildung in der Pflege (z.B. Gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegeassistenzberufe). Die Grundausbildung ist binnen 12 Monaten nach Anstellungsbeginn zu absolvieren.

"Wer betreut die pflegebedürftige Person, wenn der Angehörige krank wird oder auf Urlaub geht?"
„Wenn es die pflegebedürftige Person wünscht, sorgt die PSB während des Urlaubes oder der sonstigen begründeten Abwesenheit des pflegenden Angehörigen für Ersatz. Das Ausmaß richtet sich nach dem konkreten Pflege- bzw. Betreuungsbedarf. Daher muss der Urlaub und sonstige begründete Abwesenheiten rechtzeitig vorab sowie Krankenstände unmittelbar bei der PSB gemeldet werden.

"Kann man sich auch in Teilzeit, zB nur für 20 Stunden, anstellen lassen, wenn die pflegebedürftige Person Pflegegeld der Stufe 5 bezieht?"
„Nein. Es gibt drei fixe und per Gesetz geregelte Modelle.
- Pflegegeld-Stufe 3 = Anstellung über 20 Stunden
- Pflegegeld-Stufe 4 = 30 Stunden
- ab Pflegegeld-Stufe 5 = 40 Stunden

 

Das Video zum Tour-Start:


GUTE BETREUUNG HAT EIN ZUHAUSE

Über die PSB

Die im Sommer 2019 gegründete Pflegeservice Burgenland GmbH (PSB) mit Sitz in Eisenstadt ist eine 100-%-Tochter der Burgenländischen Krankenanstalten-Ges.m.b.H (KRAGES). Die KRAGES (www.krages.at) ist ein Teil der Landesholding Burgenland GmbH, in der rund 64 wirtschaftliche und gemeinnützige Landesbeteiligungen zusammengefasst sind (www.landesholding-burgenland.at).

Das Unternehmen PSB ist gemeinnützig. Es erbringt Dienstleistungen – pflegerische oder betreuerischen sowie die Überlassung von Personal in Betreuung und Pflege.

Die PSB wird auf Basis des im September 2019 novellierten Burgenländischen Sozialhilfegesetzes (SHG) und auf Grundlage der dazu erlassenen Verordnungen tätig.

Die PSB finanziert sich zu einem Teil aus den zu leistenden Selbstbehalten der pflegebedürftigen Personen. Das Land Burgenland trägt den Differenzbetrag zu den Gesamtkosten.

Geschäftsführerin der
Pflegeservice Burgenland GmbH

 

Klaudia Friedl

Seit November 2019 ist Klaudia Friedl Geschäftsführerin der Pflegeservice Burgenland GmbH. Sie ging aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren im Herbst 2019 als bestgeeignete Bewerberin hervor und wurde mit einstimmigen Beschluss der Burgenländischen Landesregierung zur Geschäftsführerin bestellt. Ihr Vertrag läuft bis 2022, dem Zeitpunkt der gesetzlich vorgesehenen Evaluierung der PSB.

Klaudia Friedl war von 1998 bis 2003 stellvertretende Kaufmännische Direktorin des KRAGES-Krankenhauses Oberpullendorf sowie von 2003 bis 2010 Verwaltungsdirektorin des damaligen Pflegezentrums Hirschenstein (ebenfalls im Eigentum der KRAGES). Zwischen November 2017 und Oktober 2019 war sie Abgeordnete der SPÖ zum österreichischen Nationalrat, von 2010 bis 2017 Abgeordnete im Burgenländischen Landtag.

Klaudia Friedl stammt aus Steinberg an der Rabnitz im Bezirk Oberpullendorf. Sie ist seit 2006 Bürgermeisterin der Gemeinde Steinberg-Dörfl. Sie hat im Bezirk das Sozialmodell „Nachbarschaftshilfe Plus“ ins Leben gerufen, das mittlerweile 17 Gemeinden umfasst.

office(at)pflegeserviceburgenland.at


Das Mutterunternehmen der PSB: die KRAGES

Die Plegeservice Burgenland GmbH (PSB) gehört zur Unternehmensgruppe der Burgenländischen Krankenanstalten-Ges.m.b.H. (KRAGES).

Die KRAGES ist nach der Landesverwaltung der größte Arbeitgeber des Burgenlandes und betreibt vier Spitäler in Oberwart, Oberpullendorf, Güssing und Kittsee.

Neben der PSB gibt es eine Reihe weiterer KRAGES-Tochterfirmen: Dazu gehören der Psychosoziale Dienst Burgenland, die Pflegeheime-Betriebs-GmbH mit Standorten in Neudörfl, Oberpullendorf und Rechnitz sowie die Selbsthilfe-Werkstätten-Betriebs-GmbH. Die Gesundheits- und Krankenpflege-Schule in Oberwart und Frauenkirchen ist ebenfalls Teil der KRAGES.

Geschäftsführer der KRAGES ist seit September 2018 Mag. (FH) Harald Keckeis, MPH, L.L.M (siehe Bild rechts oben). Er war von August bis November 2019 auch interimistisch Geschäftsführer der Pflegeservice Burgenland GmbH.

Die KRAGES ist Teil der Landesholding Burgenland GmbH, in der derzeit 64 landeseigene Wirtschaftsbetriebe gebündelt sind.

Wichtige Kennzahlen der KRAGES

  • Spitalsbettenzahl insgesamt: 682 (Stand: 1.1.2019)
  • Bettenzahl Oberwart: 325
  • Bettenzahl Oberpullendorf: 134
  • Bettenzahl Güssing: 115
  • Bettenzahl Kittsee: 108
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt: rund 2.100 (Stand 31.1.2019);
  • davon Anzahl Ärztinnen und Ärzte: rund 350
  • Stationäre Aufnahmen im Jahr 2018: 46.162
  • Ambulant behandelte Patientinnen und Patienten im Jahr 2018: 134.385
  • Bilanzsumme 2017: 196,1 Mio. Euro
  • Umsatzerlöse 2017: 165,6 Mio. Euro

www.krages.at